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Ihr Pferd mag keine Volten......

Den Galopp geht es nur unwillig oder gar nicht....

Ihr Schmied schaut Sie schon schief an wenn sie ihn auf den Gang ihres Pferdes ansprechen.....

Kann es sein, dass Ihr Problem direkt zwischen Ihnen und ihrem Pferd liegt ?


Passt ihr Sattel?

80 % aller Sättel passen im Durchschnitt nicht (mehr) ihrem Träger, dies ist meine Erfahrung wenn ich in den Reitställen tätig bin.

Häufig wird das Pferd ja schon zusammen mit einem vorhandenen Sattel gekauft, aber es ist nicht sicher ob dieser wirklich seinem Träger passt. Selbst wenn er beim Kauf passt, ist dies meistens nach einem halben Jahr nicht mehr so. Haben sie schon einmal darüber nachgedacht warum dies so ist?

Nehmen wir einmal an:

Ihr Englischsattel- neu oder gebraucht gekauft- ist ihrem Pferd angepasst worden, sie sitzen mittig gut im Schwerpunkt,

alles ist in bester Ordnung.

 

Was passiert nun innerhalb des Sattel?

Die Polsterwatte drückt sich allmählich unter Belastung zusammen, die Bewegung von Reiter und Pferd führt zusätzlich dazu, dass sich die Watte aus der Mitte der Kammer heraus nach vorn und hinten verschiebt.

Dieser Vorgang passiert meist so langsam und schleichend das es erstmal niemanden auffällt. Spätestens nach einem Jahr hat man dann eine so genannte Luftbrücke, erfahrene Fachleute können diese auch bei einem aufliegenden Sattel fühlen.

Sehr gut lässt dies auch mit einem Anpassgitter sichtbar machen

Der Sattel liegt nur noch an 2 Punkten (vorn und hinten) auf, die Mitte liegt hohl. Der Sattelbaum kann daher seiner Funktion, das Gewicht des Reiters gleichmäßig zu verteilen, nicht mehr gerecht werden.

Wie reagiert nun ihr Pferd- oder ein bisschen Anatomie ...


Um den Reiter Problem- und Beschwerdefrei tragen zu können sollte das Gewicht des Reiters möglichst gleichmäßig auf den Rückenmuskeln aufliegen, das Schulterblatt und der Widerrist dürfen keinen Druck bekommen bzw. müssen sich frei bewegen können.

Sonst kann es zu Druckstellen, Rückenschmerzen oder Verspannungen kommen.

In unserem oberen Beispiel liegt der Sattel nur noch vorn und hinten auf, durch die verschobene Polsterwatte steigt auch der Druck an den Schultern, diese kann nun nicht mehr raumgreifende Bewegungen nach vorn zulassen. Der Reiter bemerkt oft, dass sein Pferd nicht mehr einen schwungvollen, raumgreifenen Gang hat, das ein Biegen über die Schulter nicht mehr stattfindet oder die Volten immer größer werden.....

Testen kann man die Schulterfreiheit ganz gut, indem man im angegurteten Zustand zwischen Schulter und Sattel mit der Hand durch fährt ist dies nur schlecht oder gar nicht möglich, sollte ein Fachmann Abhilfe schaffen.

Häufig kommt eine zu geringe Schulterfreiheit im Wachstum vor. Die Mütter unter uns kennen das- kaum hat man etwas gekauft, ein halbes Jahr später ist das Kind dem wieder entwachsen. Ähnlich kann es jemanden mit seinem jungen Pferd passieren. Was einem 3-jährigem noch gut passte ist dem 4-jährigem schnell zu klein.

Ähnliche Phänomene lassen sich auch bei neu gekauften Pferden feststellen. Durch die veränderte Situation, Haltungs- und Beanspruchungsverhältnisse verändert sich das Pferd und damit auch seine Muskulatur. In diesen Phasen sollte daher ein Sattel häufiger überprüft werden, um dem Muskelauf- bzw. umbau Rechnung zu tragen.

Einfach und regelmäßig sollte (auch gerne vom Reiter) die Widerristfreiheit überprüft werden. Dies kann man am einfachsten zu zweit machen. Das Pferd sollte ohne Decke (mit Gurt) gesattelt werden. Nachdem der Reiter im Sattel sitzt, prüft nun die zweite Person mit der Hand den Platz Der Sattel sollte weder knapp, noch oben oder seitlich aufliegen. Bild mit der Hand zwischen Sattel und Widerrist

Der Widerrist ist weder durch Muskeln noch durch Fett gepolstert, daher die hohe Empfindlichkeit an dieser Stelle. Wie schon bei der Luftbrücke beschrieben ist auch hier die Gefahr von Druckstellen und Rückenproblemen sehr hoch. Beim Druck auf den Widerrist wird das Pferd alles versuchen um starke Reibung zu vermeiden, verständlich das es daher unterm Sattel so gut wie gar nicht geht, an der Longe aber ohne Probleme. Aber sind wir mal ehrlich- keiner von uns würde es mögen, in drückenden Schuhen zum Joggen gezwungen zu sein.zwischen Sattel und Widerrist. 

 


 

 

Letzter Fallstrick.... der Schwerpunkt

Der Reiter sollte mittig im Sattel und damit im Schwerpunkt sitzen- hat man das Gefühl man reitet permanent bergauf oder bergab- stimmt der Schwerpunkt nicht mehr. Dies geschieht zumeist durch das ungleiche Zusammendrücken der Polsterwatte. Der Sattel neigt sich daher verstärkt in eine Richtung, dies gibt es auch in einer rechts-links Variante. Letzteres ist allerdings leichter zu erkennen, meist sieht man es schon wenn man hinter dem gesattelten Pferd steht.

 

Kleiner Tipp zum Schluss:

Eine Satteldecke von unten betrachtet sagt viel über den Sitz des Sattels aus. In unserem Bild

Bild mit der dreckigen weißen Satteldecke

sieht man vorn verstärkt an der Schulter den leicht erhöhten Druck, dahinter ist ein kleiner fast sauberer Fleck, dort liegt der Sattel weniger auf, der Rest zeigt einen schönen gleichmäßigen Druck- (Schmutz-) abdruck.

Als Faustformel sollte jeder Reiter seinen Sattel ca. 1 x im Jahr von einem Fachmann überprüften lassen, es ist besser 1 x unnötig nachzuschauen als seinem Pferd unnötig Verspannungen bzw. gar Rückenschmerzen zuzumuten.

G. Sander

 

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Telefon: 0160-96012436